Die Growroom Belüftung wird von Anfängern leider oft unterschätzt. Viele konzentrieren sich nämlich nur auf die Lampe, doch ohne den stetigen Austausch von Luft werden deine Pflanzen unweigerlich verkümmern. Ein gut durchdachtes Abluftsystem versorgt die Pflanzen einerseits mit frischem CO2, reguliert andererseits die Temperatur und filtert darüber hinaus verräterische Gerüche. Deshalb zeigen wir dir in diesem Artikel, wie du dein System richtig planst.
Die drei Säulen der Growroom Belüftung
Ein funktionierendes Belüftungssystem für dein Growzelt besteht grundsätzlich aus drei Hauptkomponenten, die perfekt aufeinander abgestimmt sein müssen:
1. Der Abluftventilator (Rohrventilator)
Er saugt die verbrauchte, warme und feuchte Luft aus dem Zelt. Dadurch entsteht ein leichter Unterdruck, der frische Luft durch die passiven Lufteinlässe des Zeltes nachströmen lässt. Die Leistung des Ventilators wird dabei in Kubikmeter pro Stunde (m³/h) gemessen.
2. Der Aktivkohlefilter (AKF)
Cannabis in der Blütephase riecht bekanntlich extrem stark. Der Aktivkohlefilter wird deshalb vor den Abluftventilator geschaltet und reinigt die Luft zu nahezu 100% von Geruchspartikeln, bevor sie das Zelt verlässt. Wichtig: Die maximale Leistung des AKF muss immer etwas höher sein als die des Ventilators, denn sonst wird die Luft zu schnell hindurchgezogen und folglich nicht richtig gefiltert.
3. Der Umluftventilator
Kleine Clip-Ventilatoren im Zelt sorgen außerdem dafür, dass die Luft zirkuliert. Das verhindert einerseits Hitzestaus unter den LED Grow Lampen, beugt andererseits Schimmelbildung vor und simuliert zudem Wind, was die Stängel der Pflanzen kräftigt.

So berechnest du die Growroom Belüftung richtig
Damit deine Growroom Belüftung optimal funktioniert, muss die Luft im Zelt etwa alle 1-2 Minuten komplett ausgetauscht werden. Hier ist deshalb eine einfache Formel zur Berechnung:
- Schritt 1: Berechne zunächst das Volumen deines Zeltes: Länge x Breite x Höhe (z.B. 0,8m x 0,8m x 1,8m = 1,15 m³)
- Schritt 2: Multipliziere anschließend das Volumen mit 60 (für einen Austausch pro Minute): 1,15 m³ x 60 = 69 m³/h
- Schritt 3: Addiere danach einen Puffer für den Aktivkohlefilter (ca. 30%) und den Luftwiderstand des Schlauchs (ca. 20%): 69 m³/h x 1,5 = ca. 105 m³/h
Für ein 80×80 cm Zelt bräuchtest du also theoretisch einen Ventilator mit ca. 105 m³/h. Unser Tipp: Kaufe grundsätzlich einen überdimensionierten Ventilator (z.B. 250 m³/h) mit integriertem Dimmer. Wenn du ihn nämlich auf halber Stufe laufen lässt, ist er deutlich leiser als ein kleiner Ventilator auf Volllast. Laut grower.ch ist ein leiser Ventilator einer der wichtigsten Faktoren für einen stressfreien Indoor-Grow.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Growroom Belüftung
Muss die Abluft 24 Stunden am Tag laufen?
Ja, absolut! Die Abluftanlage muss grundsätzlich Tag und Nacht ununterbrochen laufen. Wenn du sie nämlich nachts abschaltest, steigt die Luftfeuchtigkeit extrem an, was unweigerlich zu Schimmel (Budrot) führt. Darüber hinaus entweicht dann auch der Geruch unkontrolliert in die Wohnung.
Wie oft muss ich den Aktivkohlefilter wechseln?
Ein guter Aktivkohlefilter hält je nach Beanspruchung und Luftfeuchtigkeit etwa 2 bis 3 Grow-Durchgänge (ca. 9-12 Monate Dauerbetrieb). Sobald du auch nur den Hauch eines Cannabis-Geruchs außerhalb des Zeltes wahrnimmst, muss er deshalb sofort ausgetauscht werden.
Kann ich die Abluft einfach ins Zimmer blasen?
Ja, das ist möglich, solange ein Aktivkohlefilter vorgeschaltet ist. Idealerweise leitest du die Abluft jedoch aus einem Fenster oder durch einen Mauerdurchbruch nach draußen, damit die warme, feuchte Luft nicht die Raumtemperatur erhöht.

