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Hier erfahrt ihr alles rund um das Thema Hanf

Kategorie: Rohstoff Hanf (Seite 2 von 3)

Teile der Hanfpflanze – Hanfsamen – Fasern – Schäben – Blätter

 

Hanfsamen

Die Samen – Hanfsamen sind nicht nur wohlschmeckend, sie sind auch gesund. Nachdem das Märchen vom „Rausch durch Samenkonsum“ als solches erkannt war — die Samen sind nicht psychoaktiv –, fand aus Hanfsamen gepresstes Hanföl (nicht zu verwechseln mit dem berauschenden Haschischöl aus den Blüten) schnell viele Freunde. Aber auch der Presskuchen, die Samenreste nach der Ölgewinnung, sind kein Abfall. Sie finden z.B. in der Viehzucht als Futtermittel Verwendung. Bereits seit langem sind Hanfsamen unverzichtbarer Bestandteil von Vogelfutter, zum Beispiel für Kanarienvögel. Interessanterweise war der Import von sterilisierten Hanfsamen als Vogelfutter von der US-amerikanischen Hanfprohibition ausgenommen.
Normale Hanfsamen liefern im Schnitt gleich viele weibliche wie männliche Pflanzen.
Für den Anbau von Rauschhanf in kleinem Rahmen sind heute „feminisierte“ Samen erhältlich, aus denen sich größtenteils weibliche Pflanzen entwickeln. Der psychoaktive Wirkstoff THC findet sich in besonders hoher Konzentration in unbestäubten weiblichen Blüten, während Männchen nur wenig THC produzieren; eine Trennung der Geschlechter beim Anbau von Cannabis ist wünschenswert und üblich. Feminisierte Samen reduzieren den Aufwand der Züchter erheblich – alle Pflanzen können zur Cannabis-Produktion verwendet werden, die Aufzucht der Männchen bis zur Geschlechtsreife entfällt. Diese Samen sind meist dunkelbraun bis schwarz.

Hanfsamen

Fasern

Hanffasern werden durch Brechen und Walzen der Stängel vom Rest der Pflanze getrennt. Je nach Länge der so gewonnenen Faser entstehen aus ihnen grobe Fliese oder feinster Zellstoff.
Hanffasern sind wegen ihrer Langlebigkeit und Schädlingsresistenz als Dämmstoff gefragt.
Auch für die Herstellung von Textilien und von Papier eignen sie sich.
Eine klassische Anwendung ist als Dichtmaterial von Rohrgewinden zu sehen. Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (vormals Gas- und Wasserinstallateur) verwenden Hanffasern um Wasser- und Heizungsrohre abzudichten. Das Hanf füllt die Gewindespalte auf, bei Flüssigkeitseinwirkung quillt die Faser auf. Dies begünstigt die Dichtwirkung, anders als z.B. beim Teflonband.

Hanffasern

Schäben

Die Schäben sind die Reste der verholzten Pflanzenteile, die sich nicht zur Fasergewinnung verwenden lassen. Dennoch sind sie kaum weniger wertvoll. Die 31.000 t Hanfschäben, die 2003 von europäischen Hanfbauern produziert wurden, finden vor allem als Einstreu Verwendung. Besonders Pferde lieben die besonders absorptionsfähige Einstreu aus Hanf. Ihre Besitzer schätzen die leichte Kompostierbarkeit. Schäbe Granulat Hanf

Blätter

Blatt und Blüte der Hanfpflanze können heute zu „ätherischen Hanfölen“ veredelt werden. Diese Wasserdampfdestillate finden dann als Geschmacksstoffe in Lebensmitteln oder als Geruchsstoff in z.B. Waschmitteln Verwendung.
Hanf Öl

Hanf Öl Produkt

Nutzung der Hanfpflanze

 

Hanf ist als nachwachsender Rohstoff wegen seiner problemlosen Zucht und vollständigen Nutzbarkeit beliebt. Es werden keinerlei Herbizide benötigt, weil die Pflanzen bereits nach wenigen Tagen den Boden vollständig beschatten, sodass kein Unkraut mehr Licht findet. In der Wirtschaft ist Hanf äußerst vielseitig einsetzbar und wird wegen seiner hohen Haltbarkeit, Umweltverträglichkeit und niedrigen Energiebilanz geschätzt. Aus Hanf können über 40.000 verschiedene Produkte aus allen Bereichen des täglichen Lebens hergestellt werden:

1. Werkstoffe

  • Baustoffplatten
  • Dämmstoffe
  • Hohlraumziegel
  • Verbundwerkstoffe u.a. für automobile Anwendungen
  • Pflanzensubstrate
  • Einstreu

2. Kosmetika

  • Cremes
  • Massageöl
  • Seife
  • Shampoo, Schaumbad

3. Medikamente

  • Extrakte
  • Kombinationspräparate
  • Monopräparate, beispielsweise Dronabinol
  • Inhalationspräparate NLe
  • Drogen

4. Nahrungsmittel

  • Futtermittel
  • Öl (Hanföl), Margarine, Fette
  • Samen, Wurzel Hanfriegel

5. Biomasse, Öle, Ölprodukte

  • Regenerative Energie (Elektrizitätswerk)
  • Biomasse
  • Druckfarben
  • Heizöl
  • Kitte
  • Kunststoffe aus Öl
  • Ölfarben
  • Tenside
  • Treibstoffe (Biodiesel)

6. Papiere, Vliese, Zellstoffe, natürliche Dämmstoffe

  • Bücher
  • Standardpapiere und -zellstoffe
  • Spezialpapiere und -zellstoffe
  • Vliese

7. Stoffe (Kurz- und Langfasern)

  • Bekleidung und Textilien
  • Brems- und Kupplungsbeläge
  • Fäden, Netze, Seile
  • Geo- und Agrartextilien
  • Planen, Säcke, Segeltücher, Tücher
  • Teppiche

Der landwirtschaftliche Anbau von Hanf hat seit seiner Wiedergeburt Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts kontinuierlich zugenommen. Trotzdem liegt die Produktion in Europa weit hinter der Nachfrage zurück. Dank seiner überlegenen Eigenschaften konnte Hanf in vielen Bereichen der Wirtschaft Fuß fassen. Er eignet sich zum Hausbau genauso gut, wie als Basis für Farben und Lacke. Längst sind nicht alle möglichen Anwendungen auch in die Praxis übertragen und doch kann schon heute ein Sortiment unterschiedlichster Artikel aus Hanf oder unter zu Hilfenahme von Hanf hergestellt werden.

Moderne Hanfbauern unterscheiden vier verschiedene Teile der Pflanze mit wirtschaftlicher Bedeutung.

Die Samen – Hanfsamen sind nicht nur lecker, sie sind auch gesund. Nachdem das Märchen vom „Rausch durch Samenkonsum“ als solches erkannt war, fand aus den Samen gepresstes Hanföl schnell viele Freunde. Aber auch der Presskuchen, die Samenreste nach der Ölgewinnung, sind kein Abfall. Sie finden z.B. in der Viehzucht als Futtermittel Verwendung.

Die Fasern – Hanffasern sind wegen ihrer Langlebigkeit und Schädlingsresistenz als Dämmstoff gefragt. Auch für die Herstellung von Textilien und von Papier eignen sie sich. Hanffasern werden durch Brechen und Walzen der Stängel vom Rest der Pflanze getrennt. Je nach Länge der so gewonnenen Faser entstehen aus ihnen grobe Fliese oder feinster Zellstoff.

Die Schäben – Schäben sind die Reste der verholzten Pflanzenteile, die sich nicht zur Fasergewinnung verwenden lassen. Dennoch sind sie kaum weniger wertvoll. Die 31.000 t Hanfschäben, die 2003 von europäischen Hanfbauern produziert wurden, finden vor allem als Tiereinstreu Verwendung. Besonders Pferde lieben die besonders absorptionsfähige Einstreu aus Hanf. Ihre Besitzer schätzen die leichte Kompostierbarkeit.

Die Blätter – Blatt und Blüte der Hanfpflanze können heute zu „ätherischen Hanfölen“ veredelt werden. Diese Wasserdampfdestillate finden dann als Geschmacksstoffe in Lebensmitteln oder als Geruchsstoff in z.B. Waschmitteln Verwendung.

Kleine Pflanzenkunde

 

Wusstet ihr, dass eine Hanfpflanze sehr anspruchslos ist und trotzdem in knapp 100 Tagen vier Meter hoch werden kann? Nein?

 

Na dann wird’s aber Zeit.
Cannabis, Marihuana, Grass, Weed, Pot … Viele Namen hat das Hanf. Die Hanfpflanze gehört zu der Familie der Cannabinaceae, das ist der lateinische Name für Hanfgewächse. Die Pflanze ist einjährig, das heisst, sie muss jedes Jahr neu ausgesät werden und keimen nicht immer wieder, wie zum Beispiel Tulpen oder Lilien. Ausserdem ist sie zweihäusig, was wiederum bedeutet, dass es männliche und weibliche Pflanzen gibt. Die Männer unter den Pflanzen, auch Femelhanf genannt, sind meistens etwas schwächer entwickelt, reifen jedoch schneller und früher als ihre Partnerinnen, die Hanfhennen. Die Forpflanzung erfolgt durch Fremdbefruchtung durch den Wind.
Der Reifeprozess der Fasern beginnt nach dem Ausstäuben der Pollen. Da Femelhanf in Blüten- und Reifeentwicklung der Hanfhenne stets voraus ist, wurden für die Fasergewinnung einhäusige Pflanzen gezüchtet. Bei ihnen befinden sich männliche und weibliche Blüten auf einer Pflanze.

Johann Wilhelm Weinmann, 1735

Johann Wilhelm Weinmann, 1735

Eine Hanfpflanze stellt, bis auf ihren relativ hohen Wasserbedarf, erstaunlich wenig Ansprüche an ihre Umwelt. Sie ist seit Jahrtausenden in unserer Klimazone heimisch und gedeiht auch auf ärmeren Böden. Vielmehr trägt sie mit ihrer kräftigen Pfahlwurzel zur Bodenfruchtbarkeit bei. Binnen hundert Tagen wächst sie in etwa vier Meter hoch. Den größten Ertrag bringen Hanfbauern der gemäßigten Klimazonen, deren Felder zudem noch einen tiefgründigen, humosen und kalkhaltigen Boden haben. Die Jungpflanzen überstehen auch leichte Fröste (bis minus fünf Grad) wobei das Temperaturminimum für die Keimung bei 4 bis 5 Grad Celsius liegt.
Auf der Oberfläche der Pflanze befinden sich Drüsenhaare, die klebrige Ausscheidungen produzieren. Dieses Harz enthält Cannabinoide, die allerdings in unseren Breitengraden durch das eher kühle Klima kaum entstehen.
Auch sind Hanfsamen und Fasern die wir im Laden kaufen beziehungsweise die weiterverarbeitet werden frei von Canabinoiden, von denen einige psychoaktiv wirken und zur Gruppe der Tetra Hydro Cannabinoide gehören. Die meisten und grössten dieser Drüsen befinden sich an weiblichen Blütenständen, insbesondere auf den Samenhüllblättern.
Wer neben einem Hanfbauern lebt und jetzt denkt, er könne das Geschäft seines Lebens machen, indem er ein paar Blüten klaut und verkauft, irrt. Die für eine industrielle Nutzung in Betracht kommenden Faserhanfformen enthalten in der Regel nur geringe THC-Konzentrationen. In Deutschland legal angebauter Hanf darf den THC-Grenzwert von 0,3 Prozent nicht überschreiten. Für die Drogennutzung ist das eine verschwindend geringe Zahl, denn „high“ wird man ohne Durchfall dadurch garantiert nicht.

Was aber kann von dieser Pflanze genutzt weden? Nur die Blätter? Nur der Stängel? Und was wird aus ihr überhaupt hergestellt? Hier haben wir die einzelnen Teile und ihre Nutzung kurz zusammengetragen.

Genutzte Teile der Pflanze Hanfprodukte die es bereits gibt, oder noch in der Entwicklung sind.
Samen in Müsliriegeln, Backwaren, Brot und Käse, Vogelfutter…
Öl Speiseöl, Margarine, Technisches Öl ( Kosmetik , Lacke)
Blätter Anstelle eines gewissen Anteils von Hopfen im Bier
Blüten Arzneimittel auf THC Basis
Fasern Garne, Stoffe, Vliese
Papier (Zigarettenpapier, Kaffeefilter, Filter, …)
Autoteile (Formpressteile, Kupplungsbeläge, …)
Schäben Papier, Dämmstoffe, Bauzuschlagstoffe, Tiereinstreu , Heizmaterial, Verpackungen
Fasern und Schäben Papier & Pappe, Kartons, Dämmstoffe, Baustoffe uvm.

Der Anbau hängt also vom Ziel ab. Das heisst, der Hanfbauer fragt sich: ?Was will ich aus der Pflanze machen?? Will er zum Beispiel den Samen der Pflanzen nutzen, reichen acht bis 15 Kilogramm Saatgut pro Hektar beim Anbau aus. Will er die Fasern der Pflanzen nutzen, werden oft 20 bis 30 Kilogramm pro Hektar verwendet. Dabei sollen die Pflanzen dicht aneinandergereiht gesät werden, denn es sind weniger Verzweigungen, dafür aber höhere Pflanzen für die Fasernutzung von Nöten.
Auch die chemische Düngung oder Unkrautbekäpfung ist beim Hanfanbau nicht nötig. Durch die geringen Ansprüche der Pflanzen an den Boden brauchen sie keinen Dünger. Auch Unkrautvernichter sind unnötig, da zwischen Aussaat und Ernte der Pflanze nur eine relativ geringe Zeitspanne liegt. Dadurch haben Unkräuter gar keine Zeit zu wachsen und sich zu verbreiten, beziehungsweise störend zu wirken. Höchstens beim Hanfanbau für die Samennutzung kann durch die geringe Reihendichte Unkraut durch unterpflügen vernichtet werden.

Trotz dieses geringen Produktionsaufwands sind die Fasern der Hanfpflanze die haltbarsten Naturfasern überhaupt. Sie sind dreimal so reißfest wie Baumwolle und ein Feld Hanf liefert dreimal soviel Fasern wie ein Baumwollfeld. Aus Hanffasern werden Garne, Stoffe, Vliesse und Papiere (zum Beispiel Zigarettenpapier oder Kaffeeefilter) hergestellt. Da weder während der Wachstumsphase noch bei der Ernte und Verarbeitung schädliche Chemikalien eingesetzt werden, empfiehlt sich Hanfkleidung besonders für Allergiker, da Hanftextilien giftfrei auf die Haut kommen.

 

Kleine Hanf-Historik

 

Kaum bekannt und dennoch wahr: Die erste Jeans von Levi Strauss war nicht aus Leinen sondern aus Hanf. Und auch Gutenberg schrieb die erste Bibel auf Hanfpapier.

Alle Eckdaten der Hanfnutzung hier nennen zu wollen, würde sicherlich den Rahmen sprengen, doch um die Bedeutung der Pflanze zu verstehen, muss doch schon etwas weiter ausgeholt werden.

Weiterlesen

Der Hanf(an)bau(er)

 

Hanfernte in 20er Jahren aus Herer/Bröckers Hanf

Der Tabakanbau ist schädlich, da die Pflanze den Boden zu stark auslaugt. Sie braucht viel Dünger, der dann für andere Feldfrüchte fehlt… Es ist eine bekannte Tatsache, dass der beste Hanf und der beste Tabak auf demselben Boden wachsen. Ersterer ist von höchster Notwendigkeit für Handel und Marine, in anderen Worten, für das Speichern Wohlergehen und den Schutz des Landes. Letzterer ist nie nützlich und bisweilen sogar schädlich… Auf dem Felde erfordert der Hanf zwar mehr Aufwand als der Tabakanbau, aber da sich aus ihm die verschiedensten Dinge herstellen lassen, verhilft er einer großen Zahl von Menschen zur Arbeit. In einem bevölkerungreichen Land ist der Hanf also vorzuziehen. – Thomas Jefferson in einer Farmzeitung am 16. März 1791

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