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Hier erfahrt ihr alles rund um das Thema Hanf

Kategorie: Rohstoff (Seite 2 von 3)

Hanf – Artikel

Hanfsamen und Hanföl – Die grüne Kraftquelle aus der Natur

So klein uns gleichzeitig voller lebenswichtiger Nährstoffe für Mensch und Tier sind die Hanfsamen. So sind die Nussfrüchte voll gepackt mit allen essentiellen Aminosäuren stellen also eine hochwertige Proteinquelle dar! Zusätzlich enthalten Hanfsamen alle wichtigen Vitamine und Mineralstoffe und gelten durch das enthaltene Öl als Lieferant für die wichtigen essentiellen Fettsäuren. Diese Erkenntnis ist nicht neu, denn schon im Mittelalter wussten die Bauern, dass sie durch Hanfsamen besser gegen Seuchen gewappnet sind. In Form einer Hanfsuppe dienten Hanfsamen als Kraftquelle für arme Bürger, was die Adeligen naserümpfend ablehnten – sehr zu ihrem Nachteil, wenn es um Krankheiten wie z.B. die Pest ging.Auch die berühmte Naturforscherin Hildegard von Bingen war fasziniert von der heilsamen Wirkung die von Hanf ausging und empfiehl Hanfsamen gegen viele Beschwerden. Moderne wissenschaftliche Untersuchungen haben ebenso ergeben, dass durch den regelmäßigen Verzehr von Hanfsamen Herz- und Kreislauferkrankungen minimiert werden können. Für Vegetarier sind die Nussfrüchte ebenso eine Bereicherung, da sie nur mit einer Handvoll täglich alle wichtigen Proteine und Fettsäuren bekommen.

Genauso gesund und hochwertig ist das aus Hanfsamen gepresste Hanföl, das zu den besten Pflanzenölen der Welt gezählt wird. Das tiefgrüne Hanföl besticht durch den höchsten Gehalt an essentiellen Fettsäuren, die in der Pflanzenwelt zu finden ist und liefert zudem noch als einziges heimisches Pflanzenöl die wertvolle Gamma Linolensäure. Diesen Vorteil nutzt die Kosmetik-Industrie immer mehr, da Hanf-Öl als preisgünstigste ökologische Quelle für GLA dient! Die beliebte Naturkosmetikfirma Bodyshop ist der größte Abnehmer derzeit! Eine große Pro-Hanf- Kampagne von Bodyshop soll den Ruf des natürlichen Rohstoffes wieder rehabilitieren.

Als Teil einer ausgewogenen Ernährung ist Hanföl eines der gesündesten Speiseöle! Geschätzt durch seinen nussigen Geschmack bereichert Hanföl den Speiseplan als Salatöl oder Beigabe in diversesten Speisen. Hanföl wird ausschließlich zum Dämpfen oder Dünsten verwendet – die essentiellen Fettsäuren sollen ja nicht verloren gehen! Menschen, die einen hohen Cholesterinspiegel haben, sollten zu Hanföl greifen, da der hohe Gehalt an Phytosterinen dafür sorgt, dass der Cholesterinspiegel gesenkt wird. Es wird Zeit, Hanf wieder als das zu sehen, was es wirklich ist – eine hochwertige Pflanze mit lebensnotwendigen Inhaltsstoffen und ein schnell nachwachsender Rohstoff für eine vernünftige ökologische Lebensweise!

Hanf – die Renaissance einer besonderen Pflanze

Arnold Schwarzenegger Legalized

Arnold Schwarzenegger Legalized

Hanf als Genussmittel

 

Seit mindestens 10.000 Jahren kennen und nutzen die Menschen Hanf. Schon früh bemerkten sie, dass sie nach dem Verzehr seiner Blüten auf merkwürdige Weise ausgelassen und entspannter wurden. Bis heute konsumieren Millionen Menschen in aller Welt Hanf als Genussmittel.

a) Einführung, Übersicht

Der Gebrauch von Cannabis als Genussmittel gehört zu den ältesten Rauscherfahrungen der Menschheit. Heute schätzt man die Zahl der gelegentlichen Cannabiskonsumenten allein in Deutschland auf mindestens drei Millionen. Cannabis ist die mit Abstand am häufigsten konsumierte illegalisierte Droge. Gerade unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen erfreut sie sich wachsender Beliebtheit.

Dabei existiert seit Mitte des letzten Jahrhunderts ein nahezu weltweites Verbot von Hanf als Rauschmittel. Im Namen des von den USA ausgerufenen “War on Drugs” werden Cannabiskonsumenten in aller Welt verfolgt, eingesperrt, ihrer Existenz beraubt, ja sogar getötet. Trotz Millionen friedlicher Cannabiskonsumenten entbrannte ein erbitterter Kampf gegen diese vergleichsweise harmlose Droge.

Der Krieg gegen Drogen hat auch für Nicht-Konsumenten verheerende Folgen. So verschwand in kaum 50 Jahren das vieltausendjährige Wissen um eine der ältesten Kulturpflanzen fast völlig, Kranken wird Linderung ihrer Leiden vorenthalten um sie vor konstruierten Gefahren zu bewahren… Nicht zuletzt wurde eine gewachsene Kultur um Rauschhanf ersetzt durch Verfolgungsdruck, dunkle Hinterzimmer und Schwarzmarkthändler. Diese Politik schadet nicht nur ihren direkten Opfern, sondern allen Menschen!

Nach mehr als einem halben Jahrhundert Prohibitionspropaganda sind Cannabiskonsumenten und deren Angehörige schlechter über die Rauschpflanze Hanf informiert als noch ihre Grosseltern. Dabei ist das Wissen um Wirkungen und Nebenwirkungen von Cannabis die beste Vorbeugung gegen Missbrauch und Sucht.

b) Wirkstoff und Wirkung

Berauschender Hanf hat viele Namen. Cannabiskonsumenten sprechen von Dope, Gras, Ganja, Piece… So verwirrend diese Namensvielfalt für Außenstehende sein mag, letztlich unterscheidet man zwei Erscheinungsformen von Rauschhanf:

Marihuana sind die getrockneten Blüten der weiblichen Hanfpflanze. An Drüsenhaaren auf diesen Blüten sitzt das “Harz” der Pflanze, mit seinen hohen Konzentrationen von THC und CBD. Marihuana ist je nach Qualität, Herkunft und Trocknungsgrad grün bis bräunlich. Marihuana ist eigentlich das spanische Wort für Hanf.

Haschisch ist das gesammelte und meist gepresste Harz der Hanfpflanze. Je nach Qualität und Herstellungsmethode schwankt seine Farbe von hellem grau-braun bis zu mattem schwarz. “Haschisch” ist eigentlich arabisch und bedeutet Kraut. Anders als bei uns bezeichnet man mit Haschisch in den arabischen Ländern bis Heute die gesamte Hanfpflanze, nicht nur das gepresste Harz.

Die berauschende Wirkung von Hanf beruht auf seinen Cannabinoiden. Insbesondere dem THC wird dabei ein Großteil der Effekte zugeschrieben. Marihuana enthält zwischen 3 und 15 Prozent THC. Bei einzelnen Züchtungen wurden auch THC-Werte um die 20% gemessen. Der THC-Gehalt von Haschisch schwankt immens, ist aber in der Regel höher, als der von Marihuana. Zwischen 5% und über 50% wurden gemessen. Durch spezielle Veredelungsverfahren kann man aus Marihuana so genanntes Haschöl gewinnen, welches THC-Konzentrationen von bis zu 90 Prozent haben kann. Je höher die Wirkstoffkonzentration umso schwerer fällt die Dosierung, so das Cannabiskonsumenten in aller Regel Marihuana und Haschisch Haschöl vorziehen.

Rauschhanf wird gewöhnlich geraucht. Die Wirkung setzt bei dieser Konsumform nach ca. 5- 10 Minuten ein und hält je nach Dosis zwei bis vier Stunden an. Cannabis kann aber auch gegessen bzw. getrunken werden. Die Wirkung setzt dabei erst nach 40- 60 Minuten ein und hält bis zu 10 Stunden an. Cannabis wirkt euphorisierend und kann in hohen Dosen Halluzinationen auslösen. Konsumenten berichten von einer Verstärkung von Sinneseindrücken und Empfindungen, während Leistungs- und Konkurrenzdruck an Bedeutung verlieren. Das Zeitgefühl ist unter dem Einfluss der Droge verändert, oft scheint die Zeit langsamer zu vergehen.

c) Nebenwirkung und Gefahren

Wie bei allen Drogen birgt auch der Konsum von Cannabis Risiken. Diese sind jedoch weit weniger umfangreich, als noch vor wenigen Jahren befürchtet.

Reale Risiken des Cannabiskonsums erklären sich überwiegend aus den akuten Wirkungen der Cannabinoide und klingen mit dem Ende des Rauschzustandes schnell ab. In der Medizin werden oft eben diese Effekte für die Therapie genutzt. Konsumenten berichten von folgenden “Nebenwirkungen”: gerötete Augen (gesenkter Augeninnendruck), erhöhtes Hungergefühl, Konzentrationsschwierigkeiten, Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses/ Vergesslichkeit, leichte motorische Störungen, Schlafstörungen, Reizüberflutung. Unter Umständen kann es zu so genannten “toxischen Psychosen” kommen. Diese äußern sich z.B. in Gefühlen wie, die Wirkung hört nie wieder auf, alle sprechen über mich/gucken mich an; oft begleitet von Angstzuständen. Auch die Konsumform spielt bei der Risikobewertung eine Rolle, so steht z.B. das Rauchen von Cannabis im Verdacht krebserregend zu sein.

Abhängigkeit* – Im Gegensatz zu vielen Rauschmitteln sind bei Cannabis nur geringe Gewöhnungseffekte und organische Auswirkungen bekannt. Der Konsumverzicht ist deshalb auch nicht von nennenswerten Entzugssymptomen begleitet. Eine körperliche Abhängigkeit vom Wirkstoff THC, existiert nicht! Allerdings geht man heute davon aus, dass bei 1-3 Prozent der Konsumenten eine psychische Abhängigkeit besteht. Das Risiko einer Cannabisabhängigkeit ist umso größer, je früher der erste Konsum erfolgte.

Überdosis – Die Toxizität von Cannabis ist im Vergleich mit anderen Rauschmitteln äußerst gering. Eine letale (tödliche) Dosierung wurde zwar aus dem Tierversuch errechnet, ist aber praktisch nicht zu erreichen. In den mehr als 10.000 Jahren die Menschen dieses Rauschmittel konsumieren, ist noch Niemand an Hanf gestorben.

Viele der “Gefahren” die angeblich von Cannabis ausgehen erwiesen sich bei wissenschaftlicher Überprüfung als Propagandalügen. So gilt Cannabis heute nicht mehr als Einstiegsdroge, es führt weder zu Unfruchtbarkeit, noch verursacht es Hirnschäden. Auch ein von Cannabis begünstigtes Amotivationssyndrom konnte nicht nachgewiesen werden.

* Der Begriff “Sucht” wird im Zusammenhang mit Rauschmitteln im wissenschaftlichen Rahmen nicht mehr verwendet.

d) Warum Legalisieren

Seit 10.000 Jahren nutzen die Menschen Hanf. Dennoch wurde diese alte Kulturpflanze im vergangenen Jahrhundert verboten. Nicht die Forderung nach Legalisierung von Hanf gehört also als außergewöhnliche Idee auf den Prüfstand, sondern das geschichtlich gesehen relativ kurze Experiment “Kriminalisierung”.

Das Hanfverbot sollte die Konsumenten vor Gefahren schützen, von denen wir heute wissen, dass sie nicht im behaupteten Umfang bestehen. Cannabiskonsum führt weder zu körperlichen Schäden, noch ist er der Einstieg in eine Suchtmittelkarriere. Noch nie starb ein Mensch an einer Cannabisüberdosis, dennoch werden beinahe täglich Todesurteile oder lebenslange Freiheitsstrafen für den Besitz von Hanf verhängt.

Quasi nebenbei wurde der Menschheit die Nutzung einer der vielseitigsten Nutzpflanzen verboten. Auch nach der Wiederzulassung von “THC-armem” Hanf in der EU bestehen immense Schranken für seine Nutzung. So müssen interessierte Bauern hohe bürokratische Hürden nehmen um eine Anbaugenehmigung zu erhalten. Noch immer ist der Anbau sogar rauschunwirksamer Sorten in vielen Ländern, z.B. der USA, verboten.

Das Hanfverbot behindert die technische Weiterentwicklung von hanfverarbeitenden Maschinen ebenso wie die medizinische Forschung an einer der ältesten Heilpflanzen. Beinahe täglich sterben Menschen, weil ihnen die lebensrettende Medizin Cannabis vorenthalten wird.

Die vollständige Legalisierung von Hanf als Rohstoff, Medizin und Genussmittel ist längst überfällig. In den 70 Jahren Hanfverbot wurde keines der Ziele dieses Gesetzes erreicht!

Heute konsumieren mehr Menschen Cannabis als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt der Geschichte. Cannabis kann von den meisten in ihrem Umfeld problemlos erworben werden. Gerade junge Menschen werden darüber hinaus vom Verbot geradezu zum Konsum verleitet.
Auf der anderen Seite müssen Bauern und Verarbeiter noch immer gegen das Image von Hanf als Killerdroge ankämpfen. Manche innovative Hanfanwendung scheitert bis heute am unmöglichen staatlichen Spagat zwischen Drogenkrieg und Wirtschaftsförderung.

Es ist an uns, den historischen Fehler Hanfverbot zu revidieren – Hanf muss wieder legal werden!

Teile der Hanfpflanze – Hanfsamen – Fasern – Schäben – Blätter

 

Hanfsamen

Die Samen – Hanfsamen sind nicht nur wohlschmeckend, sie sind auch gesund. Nachdem das Märchen vom „Rausch durch Samenkonsum“ als solches erkannt war — die Samen sind nicht psychoaktiv –, fand aus Hanfsamen gepresstes Hanföl (nicht zu verwechseln mit dem berauschenden Haschischöl aus den Blüten) schnell viele Freunde. Aber auch der Presskuchen, die Samenreste nach der Ölgewinnung, sind kein Abfall. Sie finden z.B. in der Viehzucht als Futtermittel Verwendung. Bereits seit langem sind Hanfsamen unverzichtbarer Bestandteil von Vogelfutter, zum Beispiel für Kanarienvögel. Interessanterweise war der Import von sterilisierten Hanfsamen als Vogelfutter von der US-amerikanischen Hanfprohibition ausgenommen.
Normale Hanfsamen liefern im Schnitt gleich viele weibliche wie männliche Pflanzen.
Für den Anbau von Rauschhanf in kleinem Rahmen sind heute “feminisierte” Samen erhältlich, aus denen sich größtenteils weibliche Pflanzen entwickeln. Der psychoaktive Wirkstoff THC findet sich in besonders hoher Konzentration in unbestäubten weiblichen Blüten, während Männchen nur wenig THC produzieren; eine Trennung der Geschlechter beim Anbau von Cannabis ist wünschenswert und üblich. Feminisierte Samen reduzieren den Aufwand der Züchter erheblich – alle Pflanzen können zur Cannabis-Produktion verwendet werden, die Aufzucht der Männchen bis zur Geschlechtsreife entfällt. Diese Samen sind meist dunkelbraun bis schwarz.

Hanfsamen

Fasern

Hanffasern werden durch Brechen und Walzen der Stängel vom Rest der Pflanze getrennt. Je nach Länge der so gewonnenen Faser entstehen aus ihnen grobe Fliese oder feinster Zellstoff.
Hanffasern sind wegen ihrer Langlebigkeit und Schädlingsresistenz als Dämmstoff gefragt.
Auch für die Herstellung von Textilien und von Papier eignen sie sich.
Eine klassische Anwendung ist als Dichtmaterial von Rohrgewinden zu sehen. Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (vormals Gas- und Wasserinstallateur) verwenden Hanffasern um Wasser- und Heizungsrohre abzudichten. Das Hanf füllt die Gewindespalte auf, bei Flüssigkeitseinwirkung quillt die Faser auf. Dies begünstigt die Dichtwirkung, anders als z.B. beim Teflonband.

Hanffasern

Schäben

Die Schäben sind die Reste der verholzten Pflanzenteile, die sich nicht zur Fasergewinnung verwenden lassen. Dennoch sind sie kaum weniger wertvoll. Die 31.000 t Hanfschäben, die 2003 von europäischen Hanfbauern produziert wurden, finden vor allem als Einstreu Verwendung. Besonders Pferde lieben die besonders absorptionsfähige Einstreu aus Hanf. Ihre Besitzer schätzen die leichte Kompostierbarkeit. Schäbe Granulat Hanf

Blätter

Blatt und Blüte der Hanfpflanze können heute zu „ätherischen Hanfölen“ veredelt werden. Diese Wasserdampfdestillate finden dann als Geschmacksstoffe in Lebensmitteln oder als Geruchsstoff in z.B. Waschmitteln Verwendung.
Hanf Öl

Hanf Öl Produkt

Nutzung der Hanfpflanze

 

Hanf ist als nachwachsender Rohstoff wegen seiner problemlosen Zucht und vollständigen Nutzbarkeit beliebt. Es werden keinerlei Herbizide benötigt, weil die Pflanzen bereits nach wenigen Tagen den Boden vollständig beschatten, sodass kein Unkraut mehr Licht findet. In der Wirtschaft ist Hanf äußerst vielseitig einsetzbar und wird wegen seiner hohen Haltbarkeit, Umweltverträglichkeit und niedrigen Energiebilanz geschätzt. Aus Hanf können über 40.000 verschiedene Produkte aus allen Bereichen des täglichen Lebens hergestellt werden:

1. Werkstoffe

  • Baustoffplatten
  • Dämmstoffe
  • Hohlraumziegel
  • Verbundwerkstoffe u.a. für automobile Anwendungen
  • Pflanzensubstrate
  • Einstreu

2. Kosmetika

  • Cremes
  • Massageöl
  • Seife
  • Shampoo, Schaumbad

3. Medikamente

  • Extrakte
  • Kombinationspräparate
  • Monopräparate, beispielsweise Dronabinol
  • Inhalationspräparate NLe
  • Drogen

4. Nahrungsmittel

  • Futtermittel
  • Öl (Hanföl), Margarine, Fette
  • Samen, Wurzel Hanfriegel

5. Biomasse, Öle, Ölprodukte

  • Regenerative Energie (Elektrizitätswerk)
  • Biomasse
  • Druckfarben
  • Heizöl
  • Kitte
  • Kunststoffe aus Öl
  • Ölfarben
  • Tenside
  • Treibstoffe (Biodiesel)

6. Papiere, Vliese, Zellstoffe, natürliche Dämmstoffe

  • Bücher
  • Standardpapiere und -zellstoffe
  • Spezialpapiere und -zellstoffe
  • Vliese

7. Stoffe (Kurz- und Langfasern)

  • Bekleidung und Textilien
  • Brems- und Kupplungsbeläge
  • Fäden, Netze, Seile
  • Geo- und Agrartextilien
  • Planen, Säcke, Segeltücher, Tücher
  • Teppiche

Der landwirtschaftliche Anbau von Hanf hat seit seiner Wiedergeburt Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts kontinuierlich zugenommen. Trotzdem liegt die Produktion in Europa weit hinter der Nachfrage zurück. Dank seiner überlegenen Eigenschaften konnte Hanf in vielen Bereichen der Wirtschaft Fuß fassen. Er eignet sich zum Hausbau genauso gut, wie als Basis für Farben und Lacke. Längst sind nicht alle möglichen Anwendungen auch in die Praxis übertragen und doch kann schon heute ein Sortiment unterschiedlichster Artikel aus Hanf oder unter zu Hilfenahme von Hanf hergestellt werden.

Moderne Hanfbauern unterscheiden vier verschiedene Teile der Pflanze mit wirtschaftlicher Bedeutung.

Die Samen – Hanfsamen sind nicht nur lecker, sie sind auch gesund. Nachdem das Märchen vom “Rausch durch Samenkonsum” als solches erkannt war, fand aus den Samen gepresstes Hanföl schnell viele Freunde. Aber auch der Presskuchen, die Samenreste nach der Ölgewinnung, sind kein Abfall. Sie finden z.B. in der Viehzucht als Futtermittel Verwendung.

Die Fasern – Hanffasern sind wegen ihrer Langlebigkeit und Schädlingsresistenz als Dämmstoff gefragt. Auch für die Herstellung von Textilien und von Papier eignen sie sich. Hanffasern werden durch Brechen und Walzen der Stängel vom Rest der Pflanze getrennt. Je nach Länge der so gewonnenen Faser entstehen aus ihnen grobe Fliese oder feinster Zellstoff.

Die Schäben – Schäben sind die Reste der verholzten Pflanzenteile, die sich nicht zur Fasergewinnung verwenden lassen. Dennoch sind sie kaum weniger wertvoll. Die 31.000 t Hanfschäben, die 2003 von europäischen Hanfbauern produziert wurden, finden vor allem als Tiereinstreu Verwendung. Besonders Pferde lieben die besonders absorptionsfähige Einstreu aus Hanf. Ihre Besitzer schätzen die leichte Kompostierbarkeit.

Die Blätter – Blatt und Blüte der Hanfpflanze können heute zu “ätherischen Hanfölen” veredelt werden. Diese Wasserdampfdestillate finden dann als Geschmacksstoffe in Lebensmitteln oder als Geruchsstoff in z.B. Waschmitteln Verwendung.

Kleine Pflanzenkunde

 

Wusstet ihr, dass eine Hanfpflanze sehr anspruchslos ist und trotzdem in knapp 100 Tagen vier Meter hoch werden kann? Nein?

 

Na dann wird’s aber Zeit.
Cannabis, Marihuana, Grass, Weed, Pot … Viele Namen hat das Hanf. Die Hanfpflanze gehört zu der Familie der Cannabinaceae, das ist der lateinische Name für Hanfgewächse. Die Pflanze ist einjährig, das heisst, sie muss jedes Jahr neu ausgesät werden und keimen nicht immer wieder, wie zum Beispiel Tulpen oder Lilien. Ausserdem ist sie zweihäusig, was wiederum bedeutet, dass es männliche und weibliche Pflanzen gibt. Die Männer unter den Pflanzen, auch Femelhanf genannt, sind meistens etwas schwächer entwickelt, reifen jedoch schneller und früher als ihre Partnerinnen, die Hanfhennen. Die Forpflanzung erfolgt durch Fremdbefruchtung durch den Wind.
Der Reifeprozess der Fasern beginnt nach dem Ausstäuben der Pollen. Da Femelhanf in Blüten- und Reifeentwicklung der Hanfhenne stets voraus ist, wurden für die Fasergewinnung einhäusige Pflanzen gezüchtet. Bei ihnen befinden sich männliche und weibliche Blüten auf einer Pflanze.

Johann Wilhelm Weinmann, 1735

Johann Wilhelm Weinmann, 1735

Eine Hanfpflanze stellt, bis auf ihren relativ hohen Wasserbedarf, erstaunlich wenig Ansprüche an ihre Umwelt. Sie ist seit Jahrtausenden in unserer Klimazone heimisch und gedeiht auch auf ärmeren Böden. Vielmehr trägt sie mit ihrer kräftigen Pfahlwurzel zur Bodenfruchtbarkeit bei. Binnen hundert Tagen wächst sie in etwa vier Meter hoch. Den größten Ertrag bringen Hanfbauern der gemäßigten Klimazonen, deren Felder zudem noch einen tiefgründigen, humosen und kalkhaltigen Boden haben. Die Jungpflanzen überstehen auch leichte Fröste (bis minus fünf Grad) wobei das Temperaturminimum für die Keimung bei 4 bis 5 Grad Celsius liegt.
Auf der Oberfläche der Pflanze befinden sich Drüsenhaare, die klebrige Ausscheidungen produzieren. Dieses Harz enthält Cannabinoide, die allerdings in unseren Breitengraden durch das eher kühle Klima kaum entstehen.
Auch sind Hanfsamen und Fasern die wir im Laden kaufen beziehungsweise die weiterverarbeitet werden frei von Canabinoiden, von denen einige psychoaktiv wirken und zur Gruppe der Tetra Hydro Cannabinoide gehören. Die meisten und grössten dieser Drüsen befinden sich an weiblichen Blütenständen, insbesondere auf den Samenhüllblättern.
Wer neben einem Hanfbauern lebt und jetzt denkt, er könne das Geschäft seines Lebens machen, indem er ein paar Blüten klaut und verkauft, irrt. Die für eine industrielle Nutzung in Betracht kommenden Faserhanfformen enthalten in der Regel nur geringe THC-Konzentrationen. In Deutschland legal angebauter Hanf darf den THC-Grenzwert von 0,3 Prozent nicht überschreiten. Für die Drogennutzung ist das eine verschwindend geringe Zahl, denn “high” wird man ohne Durchfall dadurch garantiert nicht.

Was aber kann von dieser Pflanze genutzt weden? Nur die Blätter? Nur der Stängel? Und was wird aus ihr überhaupt hergestellt? Hier haben wir die einzelnen Teile und ihre Nutzung kurz zusammengetragen.

Genutzte Teile der Pflanze Hanfprodukte die es bereits gibt, oder noch in der Entwicklung sind.
Samen in Müsliriegeln, Backwaren, Brot und Käse, Vogelfutter…
Öl Speiseöl, Margarine, Technisches Öl ( Kosmetik , Lacke)
Blätter Anstelle eines gewissen Anteils von Hopfen im Bier
Blüten Arzneimittel auf THC Basis
Fasern Garne, Stoffe, Vliese
Papier (Zigarettenpapier, Kaffeefilter, Filter, …)
Autoteile (Formpressteile, Kupplungsbeläge, …)
Schäben Papier, Dämmstoffe, Bauzuschlagstoffe, Tiereinstreu , Heizmaterial, Verpackungen
Fasern und Schäben Papier & Pappe, Kartons, Dämmstoffe, Baustoffe uvm.

Der Anbau hängt also vom Ziel ab. Das heisst, der Hanfbauer fragt sich: ?Was will ich aus der Pflanze machen?? Will er zum Beispiel den Samen der Pflanzen nutzen, reichen acht bis 15 Kilogramm Saatgut pro Hektar beim Anbau aus. Will er die Fasern der Pflanzen nutzen, werden oft 20 bis 30 Kilogramm pro Hektar verwendet. Dabei sollen die Pflanzen dicht aneinandergereiht gesät werden, denn es sind weniger Verzweigungen, dafür aber höhere Pflanzen für die Fasernutzung von Nöten.
Auch die chemische Düngung oder Unkrautbekäpfung ist beim Hanfanbau nicht nötig. Durch die geringen Ansprüche der Pflanzen an den Boden brauchen sie keinen Dünger. Auch Unkrautvernichter sind unnötig, da zwischen Aussaat und Ernte der Pflanze nur eine relativ geringe Zeitspanne liegt. Dadurch haben Unkräuter gar keine Zeit zu wachsen und sich zu verbreiten, beziehungsweise störend zu wirken. Höchstens beim Hanfanbau für die Samennutzung kann durch die geringe Reihendichte Unkraut durch unterpflügen vernichtet werden.

Trotz dieses geringen Produktionsaufwands sind die Fasern der Hanfpflanze die haltbarsten Naturfasern überhaupt. Sie sind dreimal so reißfest wie Baumwolle und ein Feld Hanf liefert dreimal soviel Fasern wie ein Baumwollfeld. Aus Hanffasern werden Garne, Stoffe, Vliesse und Papiere (zum Beispiel Zigarettenpapier oder Kaffeeefilter) hergestellt. Da weder während der Wachstumsphase noch bei der Ernte und Verarbeitung schädliche Chemikalien eingesetzt werden, empfiehlt sich Hanfkleidung besonders für Allergiker, da Hanftextilien giftfrei auf die Haut kommen.

 

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